Orgel plus URAUFFÜHRUNGEN
20 Jahre Domorganist Ludwig Lusser in St. Pölten
Sonntag, 26. April 2026, 18.00
Dom St. Pölten
Uraufführungen von Franz Thürauer, J.S. Kreuzpointner und Florian Reithner
Orgelwerke von J.S. Bach
Anna Lusser L Cello
Lorenz Raab | Trompete
Gitarrenquartett
Ludwig Lusser | Orgel
Programm dieses Abends:
J.S. BACH (1685-1750) I TRIOSONATE FÜR ORGEL ES-DUR BWV 525: I. Satz Allegro
FRANZ THÜRAUER (1953) I ARIETTA (2019) · Uraufführung WUNDERSCHÖN PRÄCHTIGE (2024)
für Cello & Orgel · Uraufführung
J.S. BACH I TRIOSONATE FÜR ORGEL ES-DUR BWV 525: II. Satz Largo
J. S. KREUZPOINTNER (1968) I VOLONTARIO (2026)
für Trompete & Orgel · Uraufführung
J.S. BACH I TRIOSONATE FÜR ORGEL ES-DUR BWV 525: III. Satz Allegro
FLORIAN REITHNER (1980) I ARE YOU IN OR OUT? (2025)
FOR ORGAN · Uraufführung
Die Komponisten:
FRANZ THÜRAUER:
geboren 1953 in Wolfenreith in Niederösterreich. Ab 9 Unterricht in Klarinette, im Gymnasium in St. Karl bei Volders/Tirol erster Unterricht in Klavier, ab 16 in Orgel und Violine am Konservatorium in Innsbruck, von 1973-1981 Studium der Kirchenmusik und Komposition an der Musikhochschule in Wien. Lehrer an Musikschule (Klavier) und Gymnasium (Musikerziehung) von 1978–2017, nebenher Tätigkeit als Klavierspieler, Organist und Chorleiter an meinem Wohn-
ort im Dunkelsteinerwald und Umgebung. Besonderes Augenmerk lag immer auf dem Komponieren.
Theodor Körner-Preis, Förderungspreis des BMUK, Würdigungspreis des Landes Niederösterreich, u. a. Entsprechend dem Schaffen geistlicher und weltlicher Werke Aufführungen in Kirchen und Konzertsälen, aber auch Wiedergaben im ORF.
Zu den Werken:
Arietta
Das kurze Stück ist, dem Titel entsprechend, melodiös und ruhig. Man könnte es der Gruppe „Choralvorspiele mit verziertem Cantus firmus im Sopran“ zuordnen. Aus besonderem Anlass ist es Ludwig Lusser gewidmet.
Wunderschön prächtige
Die erste und kürzeste Fassung ist ein kleines Choralvorspiel für Orgel, mit einem ritornellartigen Gegenthema zur Liedmelodie. Die zweite Fassung ist die erweiterte erste mit Hinzunahme des Violoncellos. Es gibt noch eine stark erweiterte Drittfassung für Orgel solo, eine Choralfantasie größeren Ausmaßes.
Concerto für vier Gitarren und Orgel
Die originelle Besetzung (4 Gitarren und Orgel) hat Ludwig Lusser angeregt. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Der zarte, jedoch farbige und ausdrucksstarke Klang von vier Konzertgitarren erlaubt vielerlei kompositorische Verflechtungen, zu denen sich noch die unzähligen Möglichkeiten des großen Instruments Orgel gesellen. Konzertante Gegenüberstellungen bieten sich hier an.
JOHANN SIMON KREUZPOINTNER:
wurde 1968 in Altötting geboren. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Komposition und Musiktheorie bei Kurt Schwertsik. Sein kompositorisches Schaffen, das mit zahlreichen Preisen gewürdigt wurde, liegt überwiegend auf dem Gebiet der Kirchen- und Kammermusik. 2025 erhielt er beim a cappella Kompositionswettbewerb der Dresdner Kapellknaben für seine Hedwigmesse den 2. Preis. Heuer ist er mit der Auftragskomposition Riachuelo beim Leipziger Bachfest vertreten.
Zu den Werken:
Volontario
Mein Auftragswerk Volontario steht in der Tradition der englischen Orgelmusik des 18. Jahrhunderts und knüpft an das „Voluntary“ oder genauer gesagt an das „Trumpet-Voluntary“, einer zweisätzigen, formfreien Instrumentalmusik mit improvisatorischem Charakter an. Beim englischen Vorbild folgt üblicherweise auf eine langsame Einleitung ein rascher, spielfreudiger Satz. Entsprechend besteht auch meine Komposition aus zwei Teilen – mit Sonata und Cantilena überschrieben – allerdings bildet der langsame Satz den Abschluß und nicht die Einleitung.
Die musikalische Sprache ist vom verwendeten Tonmaterial wie auch von der handwerklichen Ausführung her sehr klassisch gehalten. Tonale Erweiterungen und Ausreizungen sowie rhythmische Finessen verleihen ihr eine bodenständige, musikantische Frische.
Die formale Anlage der Sonate orientiert sich an einem Rondo. Das Ritornell, welches sich über das ganze Stück hinweg erst nach und nach entwickelt, wechselt mit sehrcharakteristischen Couplets. Den Abschluss bildet eine mitreißende Stretta. Die Cantilena mit ihrem ruhigen gesangvollen Gestus ist als dreiteilige Liedform angelegt. Sie mündet in eine notengetreue Wiederholung der Stretta aus der Sonata.
FLORIAN C. REITHNER:
ist als Komponist, Dirigent, Organist und Pianist international tätig. Er studierte Kirchenmusik am Konservatorium St. Pölten sowie Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er u.a. von Ivan Eröd, Agnes Grossmann und Seiji Ozawa. Sein Schaffen umfasst Orchester-, Kammer- und Bühnenmusik sowie zahlreiche Arbeiten im Bereich der Filmmusik. Reithners Werke werden regelmäßig in Europa und zunehmend auch international aufgeführt. Am Theater an der Wien war er mehrfach zu Gast; 2016 wurde dort seine Jugendoper Capriccioso – Die Launen der Oper uraufgeführt. Ein Schwerpunkt seiner aktuellen Tätigkeit liegt in der Ukraine. Reithner lehrt an der Universität der Künste Charkiw und an der Ukrainischen Katholischen Universität Lwiw und arbeitet eng mit lokalen Orchestern zusammen. 2026 wird das Kharkiv Children’s Orchestra ein neues Werk von ihm uraufführen; 2027 folgt die Premiere seines jüngsten Bühnenwerks an der Nationaloper Lwiw. Parallel dazu verbindet ihn eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, wo er als Arrangeur, Pianist und Organist tätig ist.
Zu den Werken:
Are you in or out entstand als Auftragswerk für den St. Pöltner Domorganisten Ludwig Lusser und entfaltet sich als rund sechsminütige Auseinandersetzung mit dem kompositorischen Prinzip der horizontalen Verkürzung. Dieses Konzept – das bewusste Verdichten und Beschleunigen musikalischer Linien im zeitlichen Verlauf – bildet den Motor eines Stücks, das sich gleichermaßen aus historischen Bezügen wie aus zeitgenössischer Energie speist.
Formal lehnt sich das Werk an die französischen Toccaten der 1930er Jahre an, deren motorische Impulse, klar formulierte Gesten und virtuose Oberflächenstruktur hier weitergedacht und in einen modernen Kontext übertragen werden. Gleichzeitig greift die Komposition auf Satztechniken der venezianischen Mehrchörigkeit zurück: dialogische Gruppenbildungen und ein polychoraler Zugriff, der jedoch nicht in der Fläche, sondern vor allem in der Vertikalen verdichtet wird. So entsteht ein dichtes Geflecht aus rhythmischer Prägnanz, harmonischer Kompression und klanglicher Strahlkraft.
Are you in or out stellt damit die Frage nach Zugehörigkeit, Entscheidung und Richtung nicht nur im Titel, sondern auch im musikalischen Verlauf: Linien werden zusammengezogen, Stimmen ringen um Orientierung, und aus der Verdichtung erwächst eine Energie, die das Stück bis zu seinem Schluss antreibt.
Die MusikerInnen des Abends:
Guitart Quartett
Das GuitArt Quartett ist ein vielseitiges Gitarrenensemble, dessen Mitglieder – Daniel Thürauer, Andreas Rauscher,
Franz Helfersdorfer und Samuel Krempus – allesamt Absolventen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sind. Kennengelernt haben sich die vier Musiker an der Musikschule St. Pölten, wo aus der intensiven pädagogischen und künstlerischen Zusammenarbeit rasch der Wunsch nach gemeinsamem Musizieren entstand.
Das Ensemble zeichnet sich durch Offenheit gegenüber verschiedenen musikalischen Strömungen aus. Stilistische Festlegungen gibt es bewusst nicht. Stattdessen verbindet das Quartett technische Präzision, interpretatorische Neugier und die Freude daran, in immer neuen Formationen und Klangräumen musikalische Gedanken zu gestalten. Verwurzelt sind die vier Musiker sowohl in St. Pölten als auch in der lebendigen musikalischen Tradition von Wien.
© Valerie Kernstock
Anna Lusser . Cello
erhielt zunächst langjährigen Cellounterricht bei Taner Türker an der Musikschule der Landeshauptstadt St. Pölten. Nach der Matura besuchte sie Privatstunden bei Florian Berner in Wien. 2019 begann sie ihre Ausbildung am Konservatorium für Kirchenmusik St. Pölten, wo sie in den Fächern Orgel (Dorli & Ludwig Lusser) und Gesang (Anna Magdalena Auzinger) unterrichtet wird. Seit dem Wintersemester 2023/2024 studiert sie IGP-Violoncello an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in der Klasse von Prof. Andreas Pözlberger und seit dem Studienjahr 2025/2026 in der Celloklasse von Prof. Ursina Maria Braun Außerdem studiert sie Barockcello in der Klasse von Balázs Máté. Seit 2023 spielt Anna Lusser regelmäßig in verschiedenen Kammermusikensembles, dem Jugendsymphonieorchester Niederösterreich, Oberösterreich Philharmonie, Domorchester St. Pölten sowie in verschiedenen Barockensembles. Meisterkurse besuchte sie bisher bei Pieter Wispelway und Julia Hagen.
© Fani Raab
Lorenz Raab . Trompete
geboren 1975 in Linz, Solotrompeter in der Volksoper, damit finanziell unabhängig vom Jazz. Seine geistige Unabhängigkeit hat er bereits in Bands wie Forms of Plasticity oder Bleu bewiesen. Von Bleu erschien das sehr lyrische Album Strong Relation“. Die XY-Band besticht indes durch die Ungezwungenheit, mit der sie in gefährlich klingende Soundwelten abtaucht, in denen sanfte Texturen in köchelnden Groove übergehen, letztlich fast nervenzersetzend werden. Es liegt am Hörer, ob er lieber die Elemente des Cool, der Fusion, der Funk oder gar eines akustischen Drum’n’Bass erlauschen will. Die luftigen Stücke der XY-Band sind ohne Substanzverlust vieldeutig. Diese Eigenschaft schreibt man sonst nur Trompetenjazz mit der Signatur der Allergrößten zu: Lee Morgan, Donald Byrd, Miles Davis.
Ludwig Lusser . Orgel
Domorganist St. Pölten
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Im Anschluss:
Im Anschluss an das Konzert laden wir Sie sehr herzlich zum Austausch und Kennenlernen der Künsterler_innen bei einer AGAPE im Kardinalkönigsaal des Domes ein.
Wir freuen uns auf Sie!